Mehr über Eva Okršlar
Das künstlerische Werk der Malerin Eva Orkšlar - Ölbilder, Hinterglasbilder, Objekte - lädt den Betrachter dazu ein, sich Zeit zu nehmen, einzutauchen in ein ungewöhnliches visuelles Angebot.
Virtuos beherrscht die Malerin transparente, zarte Farbenspiele wie auch expressive Farbenklänge. Geordnete Strukturen, Ausgewogenheit, Symmetrie, eine zuweilen ornamentale Komposition sind allen Bildwerken der Malerin zu eigen.
Es ist keine abstrakte Malerei im eigentlichen Sinne. Immer wieder wird der Betrachter auf identifizierbare Motive und Sujets verwiesen, die allerdings nicht abgebildet werden, sondern auf weitere Bedeutungsebenen verwiesen. Es ist ein Naturalismus des Transzendenten, des Phantastischen, der Eva Okrslar mit den Surrealisten verbindet. Oder anders ausgedrückt: die Suche nach den vielfältigen Erscheinungsformen unsichtbarer Welten, die Absicht, dem formlosen Gestalt zu geben. Scheinbar Geringes, einfachste Formen des Lebens, Wimperntierchen, Moose mit all den ihnen immanenten Möglichkeiten des Werdens und Vergehens finden Eingang in die Bilderwelt der Malerin. Gerade die mythischen und spirituellen Icons uralter Frömmigkeit sind wichtige Sujets der Malerin. In jüngster Zeit variierte sie das Thema "Schwarze Madonna", die nach Balasuriya als "Mutter der Menschheit und Königin des Unisversums" ein befreites Selbst repräsentiert.
Jede Biografie hinterläßt Spuren im Oeuvre eines Künstlers. So setzt sich auch Eva Okršlar mit der sie umgebenden Kulturlandschaft kreativ auseinander. Gleichzeitig ist sie eine sensible Sammlerin zeitgenössicher Volkskunst, deren Motive immer wieder in das künstlerische Werk einfließen.
Die magische Ausdruckskraft der Hinterglasbilder kommt dem Gestaltungswillen der Künstlerin entgegen. Diese anspruchsvolle Technik ist nicht zuletzt ein Reflex auf den Lebensraum Murnau, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts schon Künstler wie Kandinsky und Gabriele Münter zum Experimentieren mit der Hinterglasmalerei angeregt hat.
Eva Okršlar studierte an der Werkkunstschule Würzburg bei Wolfgang Lenz und war danach als Kunstpädagogin tätig. Nach längerem Aufenthalt in Slowenien lebt und arbeitet sie vorwiegend in Ohlstadt Murnau.
Susanne Klemm M.A.
Kunsthistorikerin